Wie viele Quellen braucht eine Hausarbeit?

Zitieren und Quellen 7 Min. Lesezeit · Zuletzt geprüft 14.10.2026
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Stapel Bücher mit bunten Einbänden vor grauem Hintergrund
Foto: Kimberly Farmer, Unsplash

Die kurze Antwort: Als Faustregel brauchst du etwa so viele Quellen wie Textseiten, für zehn Seiten also rund zehn [1] [2] [4]. Gemeint ist die Zahl der Titel im Literaturverzeichnis, nicht die Zahl der Belege auf einer Seite [3]. In der BWL und VWL erwarten manche Lehrstühle ein bis zwei Quellen je Seite [8] [9]. Zählen dürfen nur wissenschaftliche Quellen, die du im Text wirklich benutzt. Nennt dein Leitfaden eine Zahl, gilt die.

Rechner: Wie viele Quellen?

Für 10 Textseiten sind etwa 10 Quellen ein guter Richtwert.

Für das Proseminar nennen die Germanistik in Bielefeld und die Fachschaft der Rostocker Anglistik mindestens 10 Titel.

Faustregel aus Hochschul-Leitfäden, gezählt im Literaturverzeichnis, Textseiten ohne Deckblatt, Verzeichnisse und Anhang. Nennt dein Leitfaden eine andere Zahl, gilt die.

Wie viele Quellen pro Seite brauchst du?

Pro Textseite rechnest du mit einer Quelle im Literaturverzeichnis. So steht es in Leitfäden der Ökonomik in Flensburg, der Erziehungswissenschaft in Gießen und der Geschichte in Jena [1] [2] [4]. Das Gießener Institut für Förderpädagogik rechnet es für die Bachelorarbeit vor. 50 Seiten, 50 Quellen [3].

Die Regel meint die Gesamtzahl im Literaturverzeichnis. Auf einer einzelnen Textseite genügt eine einzige Quellenangabe „so gut wie nie“, schreibt derselbe Leitfaden [3]. Meist belegst du auf einer Seite mehrere Aussagen aus verschiedenen Texten, und manche Titel tauchen in mehreren Kapiteln wieder auf, weil sie für deine Frage zentral sind.

Viel hilft nicht viel. Die Fachschaft der Rostocker Anglistik rät, lieber weniger und dafür passende Literatur zu nutzen, als das Literaturverzeichnis „künstlich durch irrelevante Quellen zu verlängern“ [6].

Was sagen die Leitfäden der Hochschulen?

Die Leitfäden nennen eine bis zwei Quellen je Seite. Feste Untergrenzen gibt es vor allem für das Proseminar und für Abschlussarbeiten. Neun Leitfäden nennen eine Zahl.

Hochschule und FachArbeitRichtwert
Universität Flensburg, ÖkonomikHausarbeitso viele Quellen wie Seiten, etwa 15 [1]
Universität Gießen, Kindheits- und Schulpädagogikalle Arbeitenmindestens so viele Literaturangaben wie Seiten [2]
Universität Gießen, Förderpädagogikalle Arbeiteneine Quelle pro geschriebener Seite [3]
Universität Jena, Neueste GeschichteHausarbeitein Titel pro Seite [4]
Universität Bielefeld, GermanistikProseminarmindestens zehn Bücher und Aufsätze [5]
Universität Rostock, Anglistik (Fachschaft)Proseminar und Hauptseminar10, im Hauptseminar 15 bis 20 [6]
Universität Bayreuth, BWLSeminar, Bachelor, Mastermindestens 10 je Person, 20 und 30 [7]
TU Dortmund, Marketingalle Arbeitenmindestens so viele wie Seiten, besser doppelt so viele [8]
Ruhr-Universität Bochum, VolkswirtschaftspolitikSeminar- und Abschlussarbeiten1 bis 2 je Seite [9]

Bayreuth nimmt die Untergrenze besonders ernst. Wer sie unterschreitet, besteht nicht [7]. Mitgezählt werden dort nur zitierwürdige wissenschaftliche Quellen. Ein Lehrbuch oder ein Skript zählt nicht [7].

Wie viele Quellen für 10 bis 20 Seiten und die Bachelorarbeit?

Für eine Hausarbeit von 10 Seiten planst du mit etwa 10 Quellen, für 15 Seiten mit etwa 15 [1] [4]. In der BWL und VWL liegt die Spanne höher, weil manche Lehrstühle bis zu zwei Quellen je Seite erwarten [8] [9].

TextseitenFaustregel, eine je SeiteBWL und VWL, eine bis zwei je Seite
10etwa 1010 bis 20
12etwa 1212 bis 24
15etwa 1515 bis 30
20etwa 2020 bis 40
30etwa 3030 bis 60
40etwa 4040 bis 80
60etwa 6060 bis 120

Gezählt werden nur die Textseiten von der Einleitung bis zum Schluss, das Deckblatt und die Verzeichnisse kommen obendrauf. Den Anhang zählst du auch nicht. Wie viel Text auf eine Seite passt, steht im Ratgeber Wörter in Seiten.

Beispiel. Mia schreibt im zweiten Semester eine Hausarbeit von 12 Seiten in der Politikwissenschaft. Ihr Leitfaden nennt keine Zahl, also plant sie mit 12 bis 15 Titeln. Neun davon sind Aufsätze aus Fachzeitschriften und Kapitel aus Sammelbänden. Zwei sind Bücher zu ihrem Thema, dazu kommen ein Bericht einer Bundesbehörde und ein Gesetzestext. Jeden Titel zitiert sie mindestens einmal im Text.

Warum brauchen manche Fächer mehr Quellen?

Arbeiten, die nur auf Literatur aufbauen, brauchen mehr Titel als empirische Arbeiten mit eigener Befragung oder Datenauswertung, so steht es im Leitfaden des Dortmunder Marketing-Lehrstuhls [8]. Bei einer empirischen Arbeit trägt die eigene Analyse einen Teil der Last.

Auch das Thema zählt. Zu neuen oder gerade diskutierten Fragen gibt es oft wenig Literatur, schreibt das Gießener Institut für Kindheits- und Schulpädagogik [2]. Die Rostocker Anglistik-Fachschaft hält bei wenig erforschten Themen auch weniger Quellen für in Ordnung [6].

In der Geschichte hat das Wort Quelle eine eigene Bedeutung. Quellen sind dort historische Zeugnisse wie Urkunden oder Briefe. Literatur ist die Forschung darüber. Für die Seminararbeit in den ersten Semestern genügt nach dem Rostocker Historischen Institut meist die Forschungsliteratur. Verlangt das Thema Quellen, reichen einige zentrale, gedruckt vorliegende [13].

Welche Quellen zählen und welche nicht?

Ins Literaturverzeichnis gehört nur, was du in der Arbeit auch belegst [15]. Flensburg zählt die Quellen nur, wenn du sie „auch tatsächlich benutzt“ hast [1]. Gelesen allein reicht nicht.

Zählen dürfen wissenschaftliche Bücher und Aufsätze aus Fachzeitschriften. Wikipedia schließen alle Leitfäden aus, die dazu etwas sagen [1] [9] [10] [11] [12] [14]. Die Literatur, die ein Wikipedia-Artikel nennt, kannst du aber als Einstieg in die Suche nutzen [10]. Lehrbücher und Skripte gelten in der Bayreuther BWL nicht als zitierwürdig, und Seminar- und Abschlussarbeiten anderer Studierender schließen Bayreuth und der Bochumer Lehrstuhl ebenfalls aus [7] [9]. In Bayreuth heißt es dazu, solche Texte beruhten selten auf eigener Forschung [7]. Zeitungsartikel taugen nur als Aufhänger, etwa um in der Einleitung zu zeigen, wie aktuell ein Thema ist [9] [10].

Internetquellen sind erlaubt, wenn sie wissenschaftlich sind oder von fachlich informierten Stellen stammen, etwa von Forschungsinstituten oder internationalen Organisationen [5] [9]. Sie sollen die Fachliteratur nicht ersetzen [11]. Wie du sie angibst, steht im Ratgeber zur Internetquelle.

Wie findest du genug passende Quellen?

Am schnellsten über das Literaturverzeichnis eines neueren Aufsatzes oder Buchs zu deinem Thema. Die Bielefelder Germanistik nennt das Schneeballsystem. Du gehst von einem Text zu den Titeln, die er zitiert. Dann geht es weiter [5]. Achte darauf, welche Titel immer wieder genannt werden, denn das zeigt dir, worauf sich die Forschung stützt [5].

Fehlen dir noch Titel, such gezielt nach Aufsätzen aus Fachzeitschriften. Bücher stützen sich oft auf solche Studien, und so erreichst du die nötige Zahl laut dem Gießener Institut für Förderpädagogik „sehr schnell“ [3]. Dafür eignen sich die Literaturdatenbanken deines Fachs, die du über deine Universitätsbibliothek erreichst. Die Darmstädter Soziologie erklärt, wie du dort Suchbegriffe mit UND und ODER verknüpfst. Eine Suche nur bei Google reicht nach ihrem Leitfaden in keinem Fall aus [10].

Wie alt dürfen die Quellen sein?

Eine feste Altersgrenze haben wir in keinem der Leitfäden gefunden. Die Rostocker Anglistik-Fachschaft verlangt Literatur, die dem aktuellen Forschungsstand entspricht [6]. In der Rechtswissenschaft in Potsdam sollst du aktuelle Fachzeitschriften und von Lehrbüchern und Kommentaren die jeweils aktuelle Auflage nutzen [12].

Prüf deshalb bei jedem Buch, ob es eine neuere Auflage gibt. Dann zitierst du die. Bei Aufsätzen hilft ein Blick in die Literaturverzeichnisse neuer Veröffentlichungen. Werden dort andere Titel zitiert als in deiner Liste, fehlt dir vielleicht der aktuelle Stand.

Prüfe zuerst den Leitfaden deines Instituts. Dort steht, ob es eine Mindestzahl gibt und welche Quellen mitzählen. In der Bayreuther BWL führt das Unterschreiten zum Nichtbestehen [7]. Nennt dein Leitfaden nichts, frag in der Sprechstunde, wie viele Titel für dein Thema passen. Wo du den Leitfaden findest, steht in unserem Verzeichnis der Zitierleitfäden.

Häufige Fragen

Wie viele Quellen brauche ich für 10 Seiten?

Etwa zehn. Die Faustregel lautet eine Quelle je Textseite [1] [4], und für das Proseminar nennen Bielefeld und die Rostocker Anglistik-Fachschaft mindestens zehn [5] [6]. In der BWL und VWL können es bis zu 20 sein [8] [9]. Zählen dürfen nur wissenschaftliche Quellen, die du im Text wirklich benutzt. Nennt dein Leitfaden eine andere Zahl, gilt die.

Reichen 5 Quellen für eine Hausarbeit?

Für eine Hausarbeit von zehn oder mehr Seiten meist nicht. Die Leitfäden, die wir gelesen haben, nennen für das Proseminar mindestens zehn Titel [5] [6]. Weniger kann bei einem kaum erforschten Thema in Ordnung sein [2] [6]. Sprich das dann vorher in der Sprechstunde ab, statt das Verzeichnis mit unpassenden Titeln aufzufüllen.

Wie viele Quellen braucht eine Bachelorarbeit?

Nach der Faustregel so viele wie Textseiten, bei 40 Seiten also etwa 40 [3]. Der BWL-Lehrstuhl in Bayreuth setzt mindestens 20 zitierwürdige Quellen an [7]. Der Dortmunder Marketing-Lehrstuhl empfiehlt bei 30 Seiten mindestens 60 [8]. Literaturarbeiten brauchen mehr Titel als empirische Arbeiten [8]. Frag deine Betreuung, welche Zahl für dein Thema passt.

Wie viele Quellen braucht eine Masterarbeit?

Der BWL-Lehrstuhl in Bayreuth nennt mindestens 30 zitierwürdige Quellen [7]. Nach der Faustregel von einer Quelle je Seite kommst du bei 60 Textseiten auf etwa 60 [3]. In der BWL und VWL können es bis zu doppelt so viele sein [8] [9]. Eine allgemeingültige Vorgabe für die beste Zahl gibt es nicht, schreibt der Bochumer Leitfaden [9].

Zählen Internetquellen als Quelle?

Ja, wenn sie wissenschaftlich sind oder von fachlich informierten Stellen stammen, etwa von Forschungsinstituten oder internationalen Organisationen [9]. Online erschienene Aufsätze aus Fachzeitschriften zählen wie gedruckte [5]. Wikipedia und Zeitungsartikel ersetzen keine Fachliteratur [10] [11]. Die Rostocker Anglistik-Fachschaft rät, mehr gedruckte als Internetquellen zu nutzen [6].

Quellen

  1. Universität Flensburg, Professur für Internationale und Institutionelle Ökonomik. Leitfaden zum Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten. PDF, Stand November 2013, abgerufen am 14.10.2026. https://www.uni-flensburg.de/fileadmin/content/abteilungen/management/dokumente/downloads/richtlinien-fuer-wiss-arbeiten-stand-november-2013.pdf
  2. Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Kindheits- und Schulpädagogik. Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten FB 03. PDF, Arbeitsfassung Februar 2021, abgerufen am 14.10.2026. https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb03/institutefb03/elementarbildung/studium/leitfaden
  3. Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Förderpädagogik und Inklusive Bildung (Nadine Henrichs und Michaela Greisbach). Leitfaden zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. PDF, Datum 01.10.2017, abgerufen am 14.10.2026. https://www.uni-giessen.de/resolveuid/8240294e710849e8b239fbd9e5c40a0f
  4. Friedrich-Schiller-Universität Jena, Historisches Institut, Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte. Leitfaden für Hausarbeiten. PDF, ohne Stand, abgerufen am 14.10.2026. https://www.gw.uni-jena.de/phifakmedia/156002/leitfaden-hausarbeit-jena-ngzg.pdf
  5. Universität Bielefeld, Germanistische Literaturwissenschaft (Matthias Buschmeier). Leitfaden zum Verfassen einer Hausarbeit. PDF, ohne Stand, abgerufen am 14.10.2026. https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/linguistik-literaturwissenschaft/studium-lehre/faecher/germanistik/leitfha.pdf
  6. Universität Rostock, Institut für Anglistik/Amerikanistik, Fachschaft. Frequently Asked Questions zur Anfertigung von Hausarbeiten. PDF, ohne Stand, abgerufen am 14.10.2026. https://www.iaa.uni-rostock.de/storages/uni-rostock/Alle_PHF/IAA/Fachschaft/Downloads/Hausarbeiten_FAQs.pdf
  7. Universität Bayreuth, Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre (Prof. Dr. Bettina Lis). Empfehlungen zur Anfertigung von wissenschaftlichen Arbeiten. PDF, ohne Stand, abgerufen am 14.10.2026. https://www.abwl.uni-bayreuth.de/pool/dokumente/Zitierrichtlinien.pdf
  8. Technische Universität Dortmund, Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für Marketing. Wegweiser für die Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten. PDF, ohne Stand, abgerufen am 14.10.2026. https://marketing.wiwi.tu-dortmund.de/storages/marketing-wiwi/r/Dokumente/Leitfaden_Wissenschaftliches_Arbeiten.pdf
  9. Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Volkswirtschaftspolitik 3. Leitfaden für Seminar- und Abschlussarbeiten. PDF, Version 02.10.2020, abgerufen am 14.10.2026. https://www.wiwi.rub.de/wp-content/uploads/2021/10/leitfaden_abschlussarbeiten_CEIT_VWP3.pdf
  10. Technische Universität Darmstadt, Institut für Soziologie. Leitfaden für das Verfassen von Hausarbeiten. PDF, Stand Dezember 2017, abgerufen am 14.10.2026. https://www.ifs.tu-darmstadt.de/media/ifs/studium_und_lehre/organisatorisches/Leitfaden_Hausarbeiten_IfS_TU_Darmstadt_mit_allen_Anmerkungen_final.pdf
  11. Freie Universität Berlin, Fachbereich Wirtschaftswissenschaft, Management-Department. Leitfaden zur Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten. PDF, Stand 23.08.2022, abgerufen am 14.10.2026. https://www.wiwiss.fu-berlin.de/fachbereich/bwl/management/razinskas/resources/leitfaden.pdf
  12. Universität Potsdam, Juristische Fakultät. Richtlinien zur Anfertigung von Seminararbeiten. PDF, Stand August 2023, abgerufen am 14.10.2026. https://www.uni-potsdam.de/fileadmin/projects/jura/Dokumente/Studium_und_Pr%C3%BCfung/Schwerpunktbereich/Schwerpunktsbereichsstudium/Formulare_und_Dokumente/Richtlinien_zur_Anfertigung_von_Seminararbeiten.pdf
  13. Universität Rostock, Historisches Institut. Merkblatt „Die historische Seminararbeit“. PDF, 2022, abgerufen am 14.10.2026. https://www.geschichte.uni-rostock.de/storages/uni-rostock/Alle_PHF/HI/Studium/Starthilfe/Downloadbereich/Merkblatt_Historische_Seminararbeit_2022.pdf
  14. Georg-August-Universität Göttingen, Professur für Finanzen und Controlling. Richtlinien zur Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten. PDF, Juli 2023, abgerufen am 14.10.2026. https://www.uni-goettingen.de/de/document/download/9aa5efa627efd80b2e569bdbefcb7272.pdf/Leitfaden2023.pdf
  15. Universität Trier, Fachbereich III Geschichtswissenschaft. Richtlinien für Haus- und Abschlussarbeiten. PDF, Stand Januar 2024, abgerufen am 14.10.2026. https://www.uni-trier.de/fileadmin/fb3/prof/GES/NG1/Leitfaden_fuer_Hausarbeiten_Version__Januar_2024.pdf

Die ClioAI-Redaktion · Veröffentlicht 14.10.2026 · Zuletzt geprüft 14.10.2026

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