Darf ich KI für die Hausarbeit nutzen? Regeln 2026

KI im Studium 11 Min. Lesezeit · Zuletzt geprüft 01.10.2026
Regeln ändern sich. Wir prüfen diese Seite vor jedem Semesterstart.

Studierende sitzen im Hörsaal und schauen gemeinsam auf ihre Handys
Foto: Vitaly Gariev, Unsplash

Die kurze Antwort: Das entscheidet deine Hochschule, und oft legt es sogar dein Fach oder die prüfende Person fest. Eine Regel, die für alle Hochschulen in Deutschland gilt, gibt es nicht. Fast überall darf KI dir aber helfen, solange die Leistung deine bleibt und du die Hilfe angibst, wo das verlangt wird. Wer ganze Absätze generieren lässt und das verschweigt, riskiert einen Täuschungsversuch.

Wo steht, ob KI in deiner Hausarbeit erlaubt ist?

Meist an vier Stellen, und je näher die Stelle an deinem Kurs liegt, desto mehr zählt sie. Ganz oben steht die Prüfungsordnung deines Studiengangs. Dort ist von Täuschung und Hilfsmitteln die Rede, das Wort KI kommt selten vor. Darunter kommt eine hochschulweite Leitlinie, die vor allem sagt, wer entscheiden darf. Dann folgt dein Fachbereich oder Institut mit eigenen Hinweisen. Ganz unten steht die prüfende Person, die für genau deine Haus- oder Seminararbeit festlegt, was geht. Was du am Ende unterschreibst, ist die Eigenständigkeitserklärung.

Wie verbreitet solche Regeln sind, zeigt der KI-Monitor 2025 von Hochschulforum Digitalisierung und CHE, für den von Mai bis Mitte Juni 2025 die hochschuldidaktischen Einrichtungen an öffentlichen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften befragt wurden. Von 172 angeschriebenen Hochschulen antworteten 93, ein Rücklauf von 54 Prozent. Ihre Eigenständigkeitserklärung hatten 87 Prozent der Antwortenden angepasst, die Prüfungsordnung nur 43 Prozent. Eine hochschulweite Leitlinie zu KI in Studium und Lehre hatten 59 Prozent, 33 Prozent bereiteten eine vor (Quelle 20).

So findest du deine Regel in fünf Schritten.

  1. Durchsuche die Prüfungsordnung nach „Täuschung“, „Hilfsmittel“ und „selbstständig“.
  2. Suche auf der Website deiner Hochschule nach „KI in Studium und Lehre“, „Leitlinie KI“ oder „Orientierungsrahmen“.
  3. Prüfe die Seite deines Fachbereichs oder Instituts, oft unter „Hinweise zu Hausarbeiten“.
  4. Sieh in deinem Moodle- oder Ilias-Kurs nach. Dort hinterlegen Lehrende ihre Vorgaben und Vorlagen.
  5. Steht nirgends etwas, frag vor dem Schreiben per Mail nach und heb die Antwort auf, damit du die Absprache später belegen kannst.

Was zehn Hochschulen wörtlich regeln

Die Tabelle zeigt, wie unterschiedlich das aussieht. Alle Zitate stammen von der Website oder aus einem PDF der jeweiligen Hochschule. Wo wir keine hochschulweite Regel gefunden haben, steht das so in der Tabelle. Abrufdatum für alle Zeilen ist der 30.09.2026.

HochschuleWas die Regelung wörtlich sagtEbeneStandPrimärquelle
Hochschule Fulda„Vor allem Hausarbeiten bergen die Möglichkeit, dass textgenerierende KI-Tools das Verfassen des Textes vollständig oder teilweise übernehmen, ohne dass die Urheberschaft festgestellt werden kann.“ Handreichung für Lehrende, keine hochschulweite Regel für Studierende gefunden, Stand 30.09.2026.Hochschule (Abteilung Dienstleistungen Lehre und Studium)Oktober 2024Handreichung „Prüfen in Zeiten von generativer KI“ (PDF)
TU München„Es ist klar zu dokumentieren, bei welchen Arbeitsschritten beim Bearbeiten des Themas und dem Verfassen der Abschlussarbeit in welcher Weise und in welchem Umfang Hilfsmittel mit künstlicher Intelligenz eingesetzt wurden.“ Keine TUM-weite Prüfungsregel gefunden, Stand 30.09.2026.Studiengang (Bachelor Bioinformatik, School CIT)Abruf 30.09.2026Praktische Arbeit und Bachelorarbeit, TUM CIT
Universität Koblenz„In der Erklärung sind verwendete Quellen und Hilfsmittel einschließlich eines etwaigen Einsatzes Künstlicher Intelligenz offenzulegen.“ „Die jeweilige Ampelfarbe wird von der prüfenden Person festgelegt und kommuniziert.“Hochschule (Rahmenprüfungsordnung § 22 Abs. 2 und § 26 Abs. 6, KI-Ampelsystem)April 2026Eigenständigkeitserklärungen zum KI-Einsatz (PDF)
Philipps-Universität Marburg„Gute wissenschaftliche Praxis erfordert, dass KI-generierte Textteile als solche gekennzeichnet werden.“ „Die Fachbereiche haben daher die Möglichkeit, eigene Bedingungen zu formulieren.“Hochschule (Positionspapier, als vorläufig gekennzeichnet)ohne Datum, Abruf 30.09.2026Positionspapier Lehre und KI
Universität Paderborn„Der Einsatz texterzeugender KI-Werkzeuge ist ein Hilfsmittel, dessen Zulässigkeit vom Kontext abhängt. Er ist immer angabepflichtig.“Hochschule (Präsidium)07.02.2024, Selbstständigkeitserklärung Stand November 2025Leitlinie zum Einsatz texterstellender KI-Werkzeuge (PDF)
Technische Hochschule Mittelhessen„Die Zulässigkeit von KI-Anwendungen als Hilfsmittel wird hierbei sowohl THM-weit als auch modulbezogen festgelegt.“ „Auch KI-Anwendungen wie ChatGPT gelten als Hilfsmittel, deren Zulässigkeit nicht durch Sie, sondern durch Modulverantwortliche und/oder Prüfende festgelegt wird.“Hochschule (§ 11a Abs. 1 Allgemeine Bestimmungen, herausgegeben vom Präsidenten)24.10.2024, 3. AuflageKI und Prüfungen, Zentrales Prüfungsamt
Universität Passau„Ein Verfassenlassen ganzer Textteile oder einzelner Sätze durch ein KI-Werkzeug gilt als Täuschungsversuch und ist nicht zulässig.“ Keine hochschulweite Regel gefunden, Stand 30.09.2026.Lehrstuhl (Techniksoziologie)Abruf 30.09.2026Leitfaden Prüfungsleistungen, Lehrstuhl Techniksoziologie
Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe„Die konkreten Anforderungen an den Einsatz von KI, insbesondere bei Prüfungen, orientieren sich an den jeweils geltenden prüfungs-, modul- oder fachbereichsspezifischen Regelungen und werden transparent kommuniziert.“ Keine konkrete Regel für Hausarbeiten in der Leitlinie, Stand 30.09.2026.Hochschule (KI-Leitlinie)Oktober 2025KI-Leitlinie der TH OWL (PDF)
Universität zu Köln„Wenn der überwiegende Teil der Arbeit mittels KI-Anwendungen generiert wurde, handelt es sich um einen Täuschungsversuch gemäß § 24 Abs. 1 PO […]“ „Die Nutzung von KI-Anwendungen ist hier explizit genannt; sie muss also dokumentiert werden, unabhängig davon, ob sie im Vorfeld gestattet oder verboten wurde […]“Fakultät (Philosophische Fakultät, Beschluss der Engeren Fakultät)13.05.2026Leitlinie zur Nutzung von KI-Anwendungen, Philosophische Fakultät (PDF)
Universität Hamburg„Für jede Prüfung müssen die jeweiligen Prüfenden bzw. die Prüfungsausschüsse festlegen, ob gKI-Systeme als Hilfsmittel zugelassen sind.“ „Die Zulässigkeit von gKI als Hilfsmittel endet da, wo nicht unerhebliche Teile der abgegebenen Leistung von Textgeneratoren stammen und wo diese nicht als solche gekennzeichnet sind.“Hochschule (Orientierungsrahmen, für das Präsidium geprüft)Stand 24.11.2025Orientierungsrahmen gKI

gKI steht in Hamburg für generative KI. Für die LMU München haben wir keine universitätsweite Regel gefunden, wohl aber Regeln einzelner Fakultäten. Die Volkswirtschaftliche Fakultät nennt die Verwendung generativer Modelle seit Februar 2024 „generell zulässig“, verlangt aber einen kurzen Text zur Offenlegung (Quelle 15).

Prüfe zuerst die Regeln deiner Hochschule und deines Fachs. Die Tabelle ist eine Momentaufnahme mit Abrufdatum 30.09.2026. Hochschulen ändern diese Texte laufend. Koblenz datiert seine Muster auf April 2026, Köln seine Leitlinie auf Mai 2026. Verbindlich ist nur, was in deiner Prüfungsordnung und deiner Eigenständigkeitserklärung steht und was deine prüfende Person ansagt. Die Universität Koblenz formuliert es so. „Falls keine Regelung erkennbar ist, sollte frühzeitig nachgefragt werden.“ (Quelle 1, Stand April 2026)

Wann gilt KI-Nutzung als Täuschung?

Täuschung heißt in fast allen Regelwerken dasselbe. Du gibst etwas als eigene Leistung ab, was es nicht ist, oder du benutzt ein Hilfsmittel, das nicht erlaubt war.

Bei KI fällt darunter zuerst die Nutzung ohne Zulassung. „Weichen Studierende von den Vorgaben ab, handelt es sich um einen Täuschungsversuch“, heißt es in der Paderborner Leitlinie. Auch verschwiegene Nutzung kann Täuschung sein. In Koblenz kann der nicht zugelassene oder nicht gekennzeichnete Einsatz von text- oder bildgenerierender KI als vorsätzlicher Täuschungsversuch gewertet werden, so steht es in § 26 Abs. 6 der Rahmenprüfungsordnung. Dazu kommt die Menge. Köln zieht die Grenze beim überwiegenden Teil der Arbeit, Hamburg bei nicht unerheblichen Teilen, die von Textgeneratoren stammen und nicht gekennzeichnet sind.

Die Folgen stehen in der Erklärung, die du unterschreibst. In Paderborn kann die Arbeit dann als mit „mangelhaft“ (5,0) bewertet gelten. Hamburg nennt „nicht ausreichend“ oder „nicht bestanden“. Erfundene Quellen sind der Fall, den Prüfungsausschüsse am ehesten nachweisen. Die Kölner Leitlinie nennt erfundene Textstellen, Verweise und Referenzliteratur ausdrücklich als Indiz, das für einen Anscheinsbeweis reichen kann, und zwar unabhängig davon, ob eine KI sie erfunden hat oder du selbst.

Ist Sprachkorrektur mit DeepL Write oder ChatGPT erlaubt?

Meist ja, solange nur Rechtschreibung, Grammatik und Stil betroffen sind und der Gedanke deiner bleibt. Die THM führt in ihrer Muster-Übersicht vom Oktober 2024 eine Basisliste mit Rechtschreibprüfung, Übersetzung, DeepL Write und der Word-Prüfung. Sie gilt THM-weit als zulässig. Kenntlich machen musst du diese Werkzeuge dort nicht. Der Fachbereich Physik in Marburg erlaubt für Abschlussarbeiten sprachliche Unterstützung, „die den wissenschaftlichen Gehalt der Arbeit nicht verändert“, also Stil, Grammatik, Rechtschreibung und Übersetzungen. Solche Programme werden nur gelistet, eine Kennzeichnung im Text entfällt. Die Volkswirtschaftliche Fakultät der LMU nennt generative Modelle „für die formale, stilistische und grammatikalische Optimierung sowie Fehlerkorrektur von Texten i.d.R. unbedenklich“.

Eine Ausnahme ist die rote Ampel. Die Koblenzer Mustererklärung für „keine KI-Nutzung“ schließt KI-Anwendungen ausdrücklich auch für Umformulierung, Paraphrasierung, Übersetzung und Zusammenfassung aus. Ein Umformulierungs-Tool fällt klar darunter. Ob die eingebaute Rechtschreibprüfung in Word gemeint ist, sagt der Text nicht, also frag. Die zweite Ausnahme betrifft die Angabe. Hamburg verlangt, dass Werkzeuge zur Bearbeitung eigener Texte „unter Angabe des Verwendungszwecks summarisch in der Arbeit aufgelistet werden“. Im Zweifel gibst du ein Werkzeug also lieber an, denn Verschweigen kann teuer werden.

Was ist eine KI-Ampel?

Eine KI-Ampel ist eine Kurzform für drei Stufen, die Lehrende für eine konkrete Prüfung wählen. Rot heißt keine KI. Bei Gelb ist KI nur für bestimmte Zwecke oder Phasen erlaubt, bei Grün im zulässigen Rahmen. Die Universität Koblenz nutzt genau dieses System hochschulweit. Als Beispiele für Gelb nennt sie Übersetzung, Sprachkorrektur und Recherche. Unter Grün fallen dort Ideengenerierung, Strukturierung und Textentwürfe. Zu jeder Farbe gehört eine eigene Eigenständigkeitserklärung, bei Gelb und Grün mit Angaben zu Zweck und Umfang, gegebenenfalls mit Prompt-Protokoll (Quellen 1 und 2).

Die THM kommt ohne Farben aus. Ihre Übersicht folgt demselben Gedanken und geht die Arbeitsschritte einer Hausarbeit durch. Brainstorming, Ideen und Gliederungsentwürfe sind THM-weit zulässig. Die Zusammenfassung des Forschungsstands ist THM-weit nicht zulässig, weil sie Kernbestandteil deiner wissenschaftlichen Leistung ist. Texte generieren, Recherche und Datenanalyse legt die oder der Modulverantwortliche fest und unterschreibt das Formular (Quelle 3). Die Ampelfarbe oder die ausgefüllte Übersicht bekommst du im Kurs. Fehlt sie, frag danach.

Wie gibst du KI an, und wie sieht ein KI-Verzeichnis aus?

Meist in einem KI-Verzeichnis. Das verlangen inzwischen viele Hochschulen. Ein vollständiges Prompt-Protokoll wollen nur manche sehen, und meist nur auf Anforderung. In Koblenz gehört zur Erklärung bei erlaubter KI-Nutzung eine Anlage „Angaben zur Nutzung von KI-Tools“ mit Tool, Zweck, betroffenen Abschnitten und kritischer Prüfung. Ein Prompt- oder Output-Protokoll fügst du bei, „sofern dies verlangt wurde“. Die Philosophische Fakultät Köln empfiehlt ein KI-Verwendungsverzeichnis mit vier Spalten neben dem Literaturverzeichnis. Wurde keine KI genutzt, ist auch das zu dokumentieren. Die Sozialpädagogik in Münster spricht vom Hilfsmittelverzeichnis und will darin Hilfsmittel, Quelle, Verwendung und Datum sehen, dazu Links oder Screenshots der Chatverläufe (Quelle 21). Paderborn stellt in einer Handreichung vom Mai 2026 drei Wege vor. Du kannst die Nutzung im Fließtext erwähnen, im Anhang beschreiben oder in einer Dokumentationstabelle festhalten.

Speichere deshalb Chatverläufe ab dem ersten Tag und notiere Tool, Datum und Zweck. So könnte ein Verzeichnis für eine Hausarbeit im ersten Semester aussehen. Das Beispiel hat unsere Redaktion entworfen, es ist keine Vorlage einer Hochschule.

KI-Tool und ZeitraumZweck und PhaseBetroffene AbschnitteWas ich damit gemacht habe
ChatGPT, Modellversion laut Anbieter, 12.05.2026Brainstorming, GliederungKapitel 1 und 2Drei Gliederungsvorschläge erhalten, einen als Ausgangspunkt genommen, Unterkapitel selbst formuliert
DeepL Write, 02.06. bis 04.06.2026Sprachliche ÜberarbeitungEinleitung, FazitVorschläge zu Satzbau und Kommasetzung, etwa die Hälfte übernommen, Fachbegriffe unverändert gelassen
Rechtschreibprüfung in Word, laufendRechtschreibunggesamte ArbeitMarkierte Fehler korrigiert
Keine KILiteraturrecherche, Argumentation, InterpretationKapitel 3 und 4Quellen im Bibliothekskatalog gesucht, Text vollständig selbst geschrieben

Wie sieht ein Satz für die Eigenständigkeitserklärung aus?

Nimm zuerst das Muster deiner Hochschule, wenn es eines gibt. Vorlagen gibt es etwa in Koblenz und Paderborn. Auch die THM stellt eine bereit und schreibt dazu „Inhaltliche Änderungen an der Vorlage sind nicht gestattet.“ Gibt es kein Muster, sollte dein Satz sagen, ob und wofür du KI genutzt hast und wo das dokumentiert ist. In Paderborns Erklärung vom November 2025 steht dafür der Satz „Sofern ich bei der Erstellung der Arbeit KI-generierte Inhalte (Text, Darstellungen, Programmcode etc.) verwendet habe, habe ich den Einsatz der KI-Tools sachgerecht dokumentiert und transparent gekennzeichnet.“

Was die Vorlagen von acht Hochschulen abfragen und wie ein KI-Verzeichnis aussieht, steht im Ratgeber Was schreibe ich in die Eigenständigkeitserklärung mit KI?. Einen eigenen Mustertext zum Unterschreiben bieten wir bewusst nicht an. Es gilt der Wortlaut deiner Hochschule.

Häufige Fragen

Ist ChatGPT in der Hausarbeit erlaubt, wenn in der Prüfungsordnung nichts dazu steht?

Dann gilt der allgemeine Grundsatz der Prüfungsordnung. Die Arbeit muss selbstständig entstehen, alle Hilfsmittel sind anzugeben. Paderborn und Hamburg sagen ausdrücklich, dass KI damit schon erfasst ist, auch ohne das Wort KI. Ob du ChatGPT nutzen darfst, legt dann die prüfende Person fest. Frag vor dem Schreiben nach und heb die Antwort auf.

Wie viel Prozent KI ist in einer Hausarbeit erlaubt?

Eine Prozentzahl nennt keine der Regeln, die wir gelesen haben. Sie ziehen die Grenze nach Umfang und Kennzeichnung, Köln beim überwiegenden Teil der Arbeit, Hamburg bei nicht unerheblichen Teilen, die nicht als KI-Text gekennzeichnet sind. Strenger ist der Passauer Lehrstuhl für Techniksoziologie. Dort gilt schon ein einzelner Satz aus einem KI-Werkzeug als Täuschungsversuch. Einen Detektorwert nennt keine von ihnen als Grenze, und die Kölner Leitlinie spricht den Ergebnissen solcher Detektoren die Beweiskraft ab.

Kann die Uni erkennen oder nachweisen, dass ich ChatGPT benutzt habe?

Das behaupten die Hochschulen selbst nicht. Paderborns Leitlinie sagt, Ergebnisse texterstellender KI könnten „gegenwärtig nicht von entsprechender Prüfsoftware identifiziert werden“. Die Philosophische Fakultät Köln schreibt, es stehe „kein sicheres Tool zur Entdeckung von KI-generierten Texten“ zur Verfügung. Laut KI-Monitor 2025 stellen 18 Prozent der 93 antwortenden Hochschulen zentral KI-Detektoren bereit, 6,5 Prozent im Regelbetrieb. Was Prüfende nachweisen können, sind vor allem erfundene Quellen.

Was passiert, wenn ich die KI-Nutzung nicht angebe?

Das kann als Täuschungsversuch gewertet werden, auch wenn KI an sich erlaubt war. Koblenz nennt in § 26 Abs. 6 der Rahmenprüfungsordnung ausdrücklich den nicht gekennzeichneten Einsatz. In Paderborn kann die Arbeit dann als „mangelhaft“ (5,0) gelten, in Hamburg in der Regel als „nicht ausreichend“. Köln merkt an, dass eine fehlende Dokumentation allein noch keine Täuschung ist, ein überwiegend generierter Text dagegen schon.

Muss ich den Chatverlauf abgeben?

Nur wenn es verlangt wird, und das ist unterschiedlich. Koblenz sieht ein Prompt- oder Output-Protokoll vor, „sofern dies verlangt wurde“, exemplarisch oder vollständig. Das Geschwister-Scholl-Institut der LMU will den vollständigen Chatverlauf archiviert und auf Verlangen vorgezeigt. Die Technikdidaktik der TUM rät, den gesamten Verlauf zu dokumentieren und separat zu speichern. Speichere ihn also von Anfang an, nachträglich lässt er sich nicht rekonstruieren.

Darf ich KI für die Bachelorarbeit nutzen?

Wie bei der Hausarbeit regelt das deine Hochschule. Die Vorgaben sind meist strenger. Koblenz regelt die Erklärung für Abschlussarbeiten in § 24 Abs. 10 der Rahmenprüfungsordnung. Marburgs Fachbereich Physik verlangt für Bachelor- und Masterarbeiten eine tabellarische Dokumentation im Anhang, sobald KI für zentrale Schritte wie Hypothesen, Methoden oder Auswertung genutzt wurde. Die THM empfiehlt Absprachen zwischen Prüfenden und Modulverantwortlichen vor dem Start. Klär das bei der Anmeldung.

Quellen

  1. Universität Koblenz, Eigenständigkeitserklärungen zum KI-Einsatz, Muster für Institute und Fachbereiche (PDF), Stand April 2026.
  2. Universität Koblenz, KI-Ampelsystem und Prüfungen, Abruf 30.09.2026.
  3. Technische Hochschule Mittelhessen, KI-Anwendungen in schriftlichen Prüfungen und Eigenständigkeitserklärung, Hinweise, Erläuterungen und Links (PDF), 24.10.2024, 3. Auflage.
  4. Technische Hochschule Mittelhessen, KI und Prüfungen, Zentrales Prüfungsamt, Abruf 30.09.2026.
  5. Universität Hamburg, Orientierungsrahmen zum Umgang mit generativen KI-Systemen in Studium und Lehre, Stand 24.11.2025.
  6. Universität Paderborn, Leitlinie zum Einsatz texterstellender KI-Werkzeuge in Studium und Lehre (PDF), vom Präsidium verabschiedet am 07.02.2024.
  7. Universität Paderborn, Selbstständigkeitserklärung für die Abgabe von Bachelor-, Master-, Studien- und Hausarbeiten (PDF), Stand November 2025.
  8. Universität Paderborn, Handreichung zur Dokumentation und Kennzeichnung von KI-Tools (PDF), Mai 2026.
  9. Universität zu Köln, Philosophische Fakultät, Leitlinie zur Nutzung von KI-Anwendungen in Studium und Lehre (PDF), beschlossen am 13.05.2026.
  10. Philipps-Universität Marburg, Positionspapier Lehre und KI, ohne Datum, Abruf 30.09.2026.
  11. Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Physik, Eigenständigkeitserklärung und Einsatz von KI-Hilfsmitteln bei Bachelor- und Masterarbeiten (PDF), ohne Datum, Abruf 30.09.2026.
  12. Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, KI-Leitlinie (PDF), Stand Oktober 2025.
  13. Hochschule Fulda, Handreichung „Prüfen in Zeiten von generativer KI“ (PDF), Stand Oktober 2024.
  14. TU München, School CIT, Praktische Arbeit und Bachelorarbeit im Bachelor Bioinformatik, Abruf 30.09.2026.
  15. LMU München, Volkswirtschaftliche Fakultät, Empfehlungen zum Umgang mit generativen und anderen KI-Tools bei der Erbringung von Prüfungsleistungen (PDF), Februar 2024.
  16. LMU München, Geschwister-Scholl-Institut, Richtlinie für den Einsatz von KI in wissenschaftlichen und studentischen Arbeiten, verabschiedet am 26.06.2024.
  17. TU München, School of Social Sciences and Technology, Professur für Technikdidaktik, Nutzung von KI-Tools in wissenschaftlichen Arbeiten (PDF), ohne Datum, Beispiele datiert Januar 2026, Abruf 30.09.2026.
  18. Universität Passau, Lehrstuhl für Techniksoziologie, Leitfaden Prüfungsleistungen, Abruf 30.09.2026.
  19. Universität Passau, Lehrstuhl Krämer (Anglistik), Offenlegung aller Bereiche der Nutzung generativer KI-Systeme und Eigenständigkeitserklärung (PDF), Juni 2025.
  20. Budde, Jannica und Tobor, Jens (HFD/CHE), KI Monitor 2025. Hochschulen gestalten den KI-Alltag, Blickpunkt (PDF), 04.09.2025, DOI 10.5281/zenodo.17050798.
  21. Universität Münster, Institut für Erziehungswissenschaft, Profil Sozialpädagogik, Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten im Bachelor of Arts / Master of Arts (PDF), Stand Sommersemester 2025, Abruf 03.10.2026.

Die ClioAI-Redaktion · Veröffentlicht 01.10.2026 · Zuletzt geprüft 01.10.2026

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